• Industriedenkmal Ampfing
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Industriedenkmal – Pumpenbock

Energie durch Erdöl
Bereits im 4. Jh. v.Chr. war Erdgas und Erdöl bekannt und wurde verwendet. In den Ländern, in denen das Erdöl von alleine direkt an die Oberfläche tritt, wie in den Ländern um den persischen Golf, Mesopotamien und Palästina, wurde Erdöl als Mörtel zum Bau von Häusern, Straßen und Dämmen, zur Abdichtung von Schiffskörpern, als Leucht- und Heizstoff, als Schmiermittel und zu Heilzwecken verwendet. In der Antike war das Erdöl in seiner kriegstechnischen Verwendung berühmt und gefürchtet, so zum Beispiel als Brennmittel für Brandsätze, Brandpfeile und Flammenwerfer (Griechisches Feuer!). Harmloser war der Einsatz als Heilmittel im Mittelalter in Deutschland. Am Tegernsee verwendeten die Mönche das sogenannte St. Quirins-Öl zur Heilung von Rheumatismus, Haut- und Magenkrankheiten bei Mensch und Tier. Eine systematische Bohr- und Gewinnungstätigkeit setzt allerdings erst ab Mitte des 19. Jh. ein. Grund dafür ist die Erfindung des Verbrennungsmotors und die beginnende Entwicklung der Verkehrsmittel.
 
1953 begannen in Ampfing nach gründlichen seismischen Untersuchungen umfangreiche Bohrtätigkeiten. Das Konsortium, bestehend aus den Gesellschaften Vakuum Oel AG (heute Mobil Oil AG), sowie die Preussag AG und die „Gewerkschaft Elwerath“ (heute BEB Erdgas-Erdöl GmbH) wurden bereits mit der zweiten Bohrung im Ampfinger Feld fündig. Der ölhaltige und förderbare Sandstein in 1900 m Tiefe bekam den Namen „Ampfinger Sandstein“. Die Vakuum Oel AG übernahm die Förderung und ließ sich in Ampfing nieder, um von hier aus die oberbayerische Erdöl- und Erdgasexploration und den Vertrieb zu leiten. Insgesamt wurden fast 14 Milliarden Kubikmeter Gas und 3,6 Millionen Tonnen Öl in den oberbayerischen Feldern gefördert (davon fielen 1,4 Milliarden m3 Gas bzw. 551.000 t Erdöl auf die Lagerstätte Ampfing). Nach 40 Jahren waren die Lagerstätten erschöpft und die Firma entschloss sich dazu, die Bohrungen zu verschließen und zu rekultivieren. 1998 schloss die Mobil GmbH die Ampfinger Niederlassung. Zum Dank für die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Ampfing und der GmbH schenkte Mobil der Gemeinde zwei Pumpenböcke und einen Bohrmeißel nebst einer Schautafel. (Standorte: Energieinsel und Hauptschule Ampfing).

Erdölpumpen
Dringt eine Tiefbohrung in erdölhaltige Gesteinsschichten vor, wird in das Bohrloch das Steigrohr eingebracht.
Durch geeignete Löcher dringt das Öl aus den Poren des Speichergesteins in dieses Rohr. Reicht der natürliche Druck nicht aus, um das Öl an die Oberfläche zu bringen, kommen Tauchkolbenpumpen zum Einsatz. Eine solche Anlage besteht aus dem Tiefpumpenantrieb (Pumpenbock) und der eigentlichen Pumpe, die in der Tiefe über das Pumpengestänge vom Pumpenbock angetrieben wird. Die aus einem hohlen Kolben und einem Zylinder bestehende Tiefpumpe befindet sich deutlich unterhalb des Flüssigkeitsspiegels im Steigrohr. Bewegt sich der Kolben abwärts, taucht er durch das Öl im Zylinder. Hebt sich der Kolben, schließt sich sein Ventil und die Menge Öl, die der Hubstrecke entspricht, wird nach oben befördert. Gleichzeitig strömt neues Öl in den freigewordenen Raum des Zylinders.
Der oberirdische Pumpenbock wandelt die Drehbewegung des Motors über den Balancier in gleichmäßige Auf- und Abbewegungen um. Der kreissegmentförmige „Pferdekopf“ dient der exakten Führung den Pumpengestänges. Das Gegengewicht gleicht die Massen von Pumpengestänge und Ölsäule im Steigrohr aus.